Erfolgreich im Verbund

Unter dem Namen »Raumwerk Plus« haben sich 14 Handwerksbetriebe in Lilienthal zusammengeschlossen und bieten sämtliche Leistungen rund ums Renovieren, Modernisieren und Sanieren aus einer Hand an. Natursteinarbeiten führt die W-K-Winterhoff GmbH aus.

Die Erfolgsgeschichte der Handwerkergemeinschaft begann vor rund sechs Jahren. Den Anstoß gab der Lilienthaler Raumausstattermeister Holger Bonk. Seitdem ist »Raumwerk Plus« (früher unter dem Namen »Mit uns schöner wohnen«) am Markt aktiv. Der Firmenverbund aus aktuell 14 Betrieben mit mehr als 170 Mitarbeitern wird von einem Team aus fünf Unternehmensvertretern geleitet: ein Geschäftsführer, einer, der sich um die Finanzen und den Internetauftritt kümmert, zwei Marketingverantwortliche und ein Sprecher/»Öffentlichkeitsarbeiter «. Raumwerkplus HandwerkerverbundAlle üben ihre Funktionen bisher unentgeltlich aus. »Wir sind davon überzeugt, dass nur diejenigen Unternehmen weiterhin erfolgreich sein werden, die bereit sind, den Veränderungen der Branche über Kooperationen gerecht zu werden«, so Berthold Wegeleben, Geschäftsführender Gesellschafter der Marmor+ Betonwerkstein W-K-Winterhoff GmbH und Sprecher von Raumwerk Plus. Der Bedarf im Sanierungs-/Modernisierungsbereich wird deutlich zunehmen und Auftraggeber werden schwerpunktmäßig Komplettlösungen bevorzugen, ist seine Prognose.

»Wir sind davon überzeugt, dass nur diejenigen handwerklichen Unternehmen weiterhin erfolgreich sein werden, die bereit sind, den Veränderungen der Branche über Kooperationen gerecht zu werden.«

Um kurzfristig auf Veränderungen reagieren zu können, wurden Ausschüsse gebildet, die den Markt beobachten und Trends nachgehen. »Deshalb sind wir besser aufgestellt als ›Einzelkämpferbetriebe‹. Gemeinsame Messeauftritte in der Region lassen uns nach außen als Einheit wirken und festigen bzw. steigern unseren Bekanntheitsgrad «, sagt das Führungsteam. Inzwischen stehe der Name ›Raumwerk Plus‹ für kompetente Beratung und qualitativ hochwertige Arbeit aus einer Hand. Alles aus einer Hand »Da unsere Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Gewerken stammen, können wir an Bestandsgebäuden sowohl kleine Reparaturen als auch umfassende konstruktive oder energetische Sanierungen durchführen«, erklärt Wegeleben. schleifenAuch Um- und Anbauten sowie planerische Leistungen gehören zum Tätigkeitsfeld. Der Kunde muss sich nicht um jedes Gewerk einzeln kümmern, sondern hat nur einen Ansprechpartner aus dem Basisgewerk, der die Beratung übernimmt und alle Leistungen und den zeitlichen Ablauf koordiniert. Die beteiligten Unternehmen schreiben ihre eigenen Angebote bzw. Rechnungen, die der Ansprechpartner dann weitergibt. So gäbe es auch keine Probleme, was die Gewährleistung betrifft, da jeder Betrieb für seine Arbeit verantwortlich zeichnet, erklärt Wegeleben. »Die Baustellenleitung und Architekturleistungen kann sich der Kunde oft sparen.« Zu den Kooperationspartnern zählen u.a. Tischler, Raumausstatter, Maler, Sanitärund Heizungsbauer, Elektrotechniker und Gartengestalter. »Wir alle haben nicht nur das Geschäftliche im Blick, sondern engagieren uns auch sozial. D.h. wir haben beispielsweise schon für einen Jugenderlebnispfad, ein Reittunier und die Lilienthaler Tafel gespendet«, betont Wegeleben.

 

Von der Kooperation profitieren

Der Betrieb, den der Maurermeister Berthold Wegeleben seit 2002 zusammen mit Uwe König führt, gehört seit 2008 dem Handwerkernetzwerk an. Im Verbund - Raumwerkplus»Durch den Beitritt hatte ich auf einmal 13 potenzielle Neukunden, da andere Mitglieder wie der Fliesenleger oder der Ofenbauer ihre Fensterbänke o.Ä. jetzt bei mir kaufen«, sagt Wegeleben. Dadurch, dass sich die Firmen auch untereinander weiterempfehlen, erhalte er zusätzliche Aufträge. »Außerdem habe ich weniger Kosten für Marketing, da wir gemeinsam Anzeigen schalten oder an Messen teilnehmen. Ein Großteil davon wird durch den jährlichen Mitgliedsbeitrag von 100 € pro Firma finanziert «, so der Geschäftsführer. Je länger man sich untereinander kenne, desto mehr Syner gieeffekte würden sich auch ergeben: Inzwischen reiche es oft aus, wenn er einen Mitarbeiter auf eine Baustelle schicke, der weiß, was zu tun ist. Zur Hand gehen ihm dann z.B. Kollegen aus den anderen Betrieben, die sowieso vor Ort sind. »Seit ich Mitglied bin, erwirtschafte ich deutlich mehr Umsatz als früher. Die Summe beläuft sich im Jahr auf einen fünfstelligen Betrag«, freut sich Wegeleben.

Herr Wegeleben

Sein Unternehmen mit Tätigkeitsschwerpunkt Objektbau verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrungen in der Verarbeitung von Natur- und Betonwerkstein (s. Kasten). Mit den anderen Firmen der Handwerkergemeinschaft habe man Partner gefunden, die die Unternehmensphilosophie einer hochwertigen Ausführung teilen. Das sei nicht selbstverständlich. »Zufriedene Kunden sind der beste Garant für weitere Aufträge, denn sie empfehlen uns weiter«, meint der Geschäftsführer. Deshalb weist er seine Kunden zusätzlich auf steuerliche Vorteile hin: Wer Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen von Handwerkerfirmen erledigen lasse, könne seine tarifliche Einkommenssteuer auf Antrag um 20% bis zu maximal 1200 € vermindern. Berück sichtigt werden dabei die reinen Arbeitskosten.

Derzeit orientiert sich die Handwerkerkooperation neu: Die bisherige Zentrale in der Klosterstraße 7, zu der auch zwei Ausstellungsräume gehörten, hat die Gemeinschaft aufgelöst. Stattdessen will sie eine neue Zentrale mit entsprechender Präsentation einrichten. Einen Überblick über die Mitglieder und Leistungen der Kooperation liefert die Webseite www.raumwerkplus.de.

Susanne Storath